Note | Vergöttlichung

siehe auch: Transformation, Gottmenschentum

englisch:Divinizationfranzösisch:théosisrussisch:обожение

Die Ostkirche beschreibt die Verbindung und Kommunikation zwischen Gott und Mensch als eine synergetische, für die Erneuerung des zoon theoumenon1 grundlegende Dynamik. Allein durch seine Mitwirkung an der Gnade Gottes könne derMensch in seinem Glauben wachsen. Dadurch wandele er sich fortlaufend im Prozess der Deifikation bzw. Vergöttlichung (théosis, theopoíesis). Diese Vorstellung wurzelt in einer neutestamentarischen Figur – den θεοῦ συνεργοί (russ.: sorabotniki u Boga). Der gott-menschliche Synergismus wird allerdings in dogmatischen Texten selten ausformuliert und systematisch behandelt. Vielmehr spielt er in der monastischen Literatur und in den Unterweisungen des durch den Hesychasmus geprägten Starzentums eine tragende Rolle. Auch wenn sich die akademische von der monastischen Theologie unterscheidet, kennt das Ostchristentum keine scharfe Trennlinie zwischen Mystik und Theologie, zwischen persönlichem Erleben und dogmatischer Lehre.

Literaturliste

1961 Vladimir Lossky: Die mystische Theologie der morgenländischen Kirche, Graz/Wien/Köln: Styria 1961.
1979 Panayiotis Nellas: Zoon theoumenon (1979), engl.: Deification in Christ: Orthodox Perspective on the Nature of the Human Person, aus dem Griech. von Norman Russell, Crestwood, NY: St. Vladimir's Seminary Press 1987.
1997 Kyriakos Savvidis: Die Lehre von der Vergöttlichung des Menschen bei Maximos dem Bekenner und ihrer Rezeption durch Georg Palamas. St. Ottilien: EOS Verlag 1997.


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